Deutschlandpokal in Berlin – Wir waren dabei!

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Berlin ist immer eine Reise wert. Das haben sich auch unsere Sportkameraden Michael Franck, Marc Heinemeyer, Uli Kersenfischer und Anton Manalaki gedacht, als sie frohgelaunt in die Bundeshauptstadt fuhren, um als Vertreter Niedersachsens an den 8. Deutschen Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen der Damen und Herren teilzunehmen. Überhaupt die Teilnahme an der Endrunde darf als riesiger Erfolg gewertet werden, da auch in den unteren Spielklassen internationale Konkurrenz zu gegen ist.

Auch wenn das Event am Wochenende der 60-Jahrfeier unseres Heimatlandes stattfand, so darf man durchaus erwähnen, dass die Sporthalle im östlichen Teil Berlins stand. Ein Hauch Nostalgie war in den Räumen zu spüren. Der austragende Verein gab sich aber größte Mühe, um die Veranstaltung zu einem Spektakel werden zu lassen. Der Deutsche Tischtennis Bund hatte offensichtlich kein Interesse, die Meisterschaften auf nationales Niveau zu heben. Nur Insider und natürlich die Teilnehmer/innen konnten wissen, dass an diesem Wochenende in dieser Halle Tischtennis auf hohem Niveau zelebriert wurde.

Die Stimmung in der Halle war sehr gut und laut. Letzteres lag an den Fans, die ihre Mannschaften begleitet hatten. Jubelstürme brachen immer wieder aus, als spektakuläre oder entscheidende Punkte erzielt werden konnten. Auch der VfL war am Samstag mit einer kleinen Delegation angereist, um ihre lila-weißen Jungs zu unterstützen. Sie hatten es sich so sehr gewünscht. Vielleicht war es die notwendige Motivationsspritze, die sie zur Höchstform auflaufen ließen. An den Tagen zuvor wechselten sich Höhen und Tiefen ab. Wie im Vorfeld vermutet hatte der VfL Osnabrück eine gute Auslosung erwischt. Die ersten beiden Spiele konnten am Donnerstag souverän gewonnen werden. Das dritte Gruppenspiel am Freitag ging dann jedoch verloren. Die Analyse von Anton war kurz und bündig: Wir haben falsch aufgestellt. Trotz dieser Niederlage stand jedoch schon fest, dass das Viertelfinale erreicht war. So nahm sich Michael im letzten Gruppenspiel eine kleine Auszeit (nur Doppel mit Marc), um Kräfte zu schonen. Es war eine gute Entscheidung, denn ein ganz dicker Brocken sollte im ersten Spiel der KO-Runde warten. Der TV 1861 Wallau hatte mit seinen Gruppengegnern genauso wenig Probleme gehabt. Unsere Sportkameraden hatten bereits an den Tagen zuvor einen Blick auf den Asiaten geworfen, der in den Reihen des hessischen Vertreters stand. Um 16 Uhr war es dann soweit. Anton „The Machine“ trat zum ersten Einzel an den Tisch. Es sollte für die Zuschauer eine Demonstration unglaublicher Willenskraft werden. Der erste Satz ging noch verloren. Danach schaltete Anton den Turbo ein und führte im zweiten Satz 10:0, bevor der Gegner seinen ersten Punkt erzielen konnte. Die variantenreichen Aufschläge brachten den Gegner immer wieder in Verlegenheit, sodass Anton verdient den ersten Punkt für den VfL einfahren konnte. Anschließend trat Michael „La Francais“ an den Tisch. Es sollte eine Demonstration französischer Tischtenniskunst werden. Spektakuläre Ballwechsel in Serie durften die Zuschauer beklatschen. In fünf hart umkämpften Sätzen ring Michael den Vertreter von Wallau nieder. Eine Sensation lag in der Berliner Luft. Nun lag es an Uli, den Vorsprung weiter auszubauen. Zur Überraschung aller war der Asiate an Position 3 gemeldet worden. Deutsche Spielkultur stand sich nun asiatischer Granatenvorhand gegenüber. Aber genau darin bestand die Chance. Uli konnte in großen Teilen des Matches die Stärken des Gegners ausschalten. Dass es im fünften Satz dann doch nicht reichte, lag auch von außen unverständlichen Materialproblemen. Uli hatte bereits in den Tagen zuvor mit seinem Material gehadert und wechselte mehrfach den Schläger. Auf diesem hohen Leistungsniveau entscheiden dann wenige leichte Fehler, die auf fehlendes Vertrauen in das eigene Material zurückzuführen sind. Nach seinem Einzel stand es also 2:1 für den VfL. Das darauffolgende Doppel bestritten dann Michael und Marc. Es zeichnete sich schnell ab, dass dieses Spiel nicht gewonnen werden konnte. Der Gegner taktierte klug und zeigte der niedersächsischen Kombination klar ihre Schwächen auf. Die drei nächsten Einzel mussten also die Entscheidung bringen. Michael zeigte auch im zweiten Einzel seine Klasse. Am Ende fehlte jedoch die Kraft und die notwendige Konzentration, um das Spiel für sich zu entscheiden. Aber der VfL hatte ja Anton „The Machine“ in seinen Reihen. Er hatte bis zu diesem zweiten Einzel noch kein Einzel verloren. Es sollte auch so bleiben. Der asiatische Topspinterminator kämpfte zwar aufopferungsvoll. Am Ende konnte es aber nur einen Sieger geben: Anton aus Osnabrück. Das letzte Einzel musste also die Entscheidung bringen. Uli hatte es also in der Hand, die Begegnung zu Gunsten der vier Jungs aus Niedersachsen zu entscheiden. Im Nachgang muss man konstatieren, dass er keine Chance hatte. Viele Fehler aus dem Spiel heraus sorgten für eine klare 0:3 Niederlage. Auch wenn sich Uli nach dem Spiel noch lange über sich geärgert hatte, so muss man sagen, dass das Ergebnis durchaus in Ordnung ging. Der TV 1861 Wallau gewann auch die Herren-B-Konkurrenz. Auf dem Weg ins Finale schlugen sie noch die drei (angeblich) ehemaligen bulgarischen Nationalspieler vom TTC Wöschbach. Im Finale wurde dann noch der TSG Heilbronn besiegt.

Nach über vierzig Jahren nahm der VfL Osnabrück wieder an einer Meisterschaft auf nationaler Ebene teil. Dies haben wir den Sportkameraden Michael Franck, Marc Heinemeyer, Anton Manalaki und Uli Kersenfischer zu verdanken. Drei von ihnen war das Spiel gegen den späteren Sieger aus Wallau zugleich das letzte im Trikot des VfL Osnabrück. Wir möchten uns bei euch ganz herzlich für diese außergewöhnliche Leistung bedanken und wünschen euch viel Glück auf dem weiteren Lebensweg und natürlich in euren neuen Vereinen.

20090601

Die Endergebnisse von allen Konkurrenzen können eingesehen werden unter http://www.tischtennis.de/events/?event_id=465.

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