Dritte in Japan!

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In nur zwei Stunden in Japan sein. Geht das? Diese Frage haben sich die Sportkameraden der 3. Herrenmannschaft vermutlich auch gefragt. Die Antwort lautet: Ja.

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Also sind Susanne Wehrmann, Eckardt Fricke, Stefan Kemper und Martin Poller am vergangenen Freitag Nachmittag in den Zug gestiegen, um in die japanische Hauptstadt von Europa zu reisen. Dort sollten sie auf den fünften Mann im Bunde stoßen: Uwe Weng. Diese fünf Personen haben zwei Sachen gemeinsam: 1. Sie spielen zusammen Doppelkopf. 2. Sie sind mit Leib und Seele VfLer. Genau aus der erstgenannten Gemeinsamkeit haben sie sich entschlossen, dieses Jahr nach Düsseldorf zu fahren.

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Dass diese Stadt eine besondere Beziehung zu Japan hat, zeigt sich allein schon daran, dass es ein eigenes Stadtviertel für die Mitbürger aus dem fernen Osten gibt, und dass genau an diesem Wochenende der so genannte Japan-Tag stattfand. Dieser Tag ist auf der einen Seite ein Dankeschön an die Bewohner/innen dieser Stadt und zugleich eine gute Gelegenheit, die japanische Kultur uns Deutschen näherzubringen. Was die fünf Sportkameraden zu Beginn der Reise nicht wissen konnten, war, dass es ein turbulentes Unterfangen werden sollte. Es begann schon im Zug nach Düsseldorf. Natürlich fuhren die vier Freunde First-Class. Schließlich möchte die Deutsche Bahn ihre Gäste verwöhnen und bietet die Plätze in der 1. Klassen günstiger an als die Plätze in der 2. Klasse.
Das Wochenende sollte mit einem kleinen Umtrunk eingeläutet werden. Dies wollte anfangs gar nicht klappen. Der Kopf des Sektkorkens brach ab, und die Flasche blieb verschlossen. So hatte es Susanne zunächst angenommen und packte die Sektflasche wieder zurück in die Plastiktasche. Wenige Minuten später gab es dann aber einen Knall. Der Rest vom Korkenverschluss schoss durch die Plastiktüte und traf Eckardt zwischen die Beine. Eine Sektfontäne folgte direkt im Anschluß und sorgte für die ehemals erhoffte Erfrischung. Der erste Spruch vom diesem Wochenende war formuliert: „Zum Glück traf der Korken Eckardt nicht mittig. Sonst hätten wir ab sofort zwei weibliche Spieler in der 3. Mannschaft.“. Nun ja, das Eis war zumindest zwischen den VfLern und einem anderen Pärchen in dem Abteil gebrochen. Bei einem gemeinsamen Glas Sekt tauschten sie amüsante Anekdoten aus. Es stellte sich nämlich schnell heraus, dass das Pärchen auch einen Bezug zu unserem heißgeliebten Tischtennissport hat.

Pünktlich traf der Zug dann in Düseldorf ein. Dort nahm Uwe seine Freunde aus Osnabrück in Empfang. Nachdem die Unterkünfte inspiziert worden waren, begann der Abend mit einem Essen beim Italiener. Es gab aber in dem Restaurant weder Pizza noch Spaghetti, sondern Strozzapreti, Spargel am Risotto sowie Pappardelle. Was die Vier aus Osnabrück im Vorfeld nicht wussten war, dass Uwe sie in ein Feinschmeckerlokal (wohlgemerkt zu angemessenen Preisen) führen sollte. Die Skepsis wich aber sehr schnell der Begeisterung über den hervorragenden Geschmack der Gerichte. Die Stimmung im Restaurant war auch sehr entspannt. Schließlich spielte zu dem Zeitpunkt die italienische Mannschaft. Die Grundlage für einen heiteren Abend war somit geschaffen. Da konnten auch die verhältnismäßig niedrigen Lufttemperaturen der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Es ging dann weiter in Richtung Altstadt. Vom so genannten Medienhafen lässt es sich prima direkt am Rhein entlang flanieren. In der Altstadt angekommen stellte sich die Frage: „Welche Kneipe machen wir als Erstes unsicher?“ Eine Sage besagt, dass es noch niemand geschafft hat, an einem Abend in jedem Lokal der längsten Theke der Welt ein Altbier zu trinken. Diesen Versuch starteten die fünf VfLer gar nicht, sondern tranken zunächst in einer Strandbar direkt am Rhein einen Cocktail und kehrten anschließend in einer bekannten Düsseldorfer Hausbrauerei ein. Dort lernten sie das erste Düsseldorfer Nationalgetränk kennen: das Alt(bier). Einige Sportkameraden waren sofort begeistert von dem würzigen Gesöff.

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Die Düsseldorfer Gastronomie hat aber noch mehr zu bieten als das bekannte Alt: der Killepitsch. Susi, Ecki, Martin und Stefan kannten bis zu dem Zeitpunkt dieses Getränk nicht. Sie werden es sicherlich auch nie vergessen. Killepitsch ist ein feiner Kräuterlikör. Aber offensichtlich trifft dieser „Kurze“ nicht den Geschmack der Norddeutschen. Weitere Details ersparen wir dem Leser an dieser Stelle. Etwas Positives hatte diese erste Begegnung mit dem Schnapps. Die Stimmung wurde immer ausgelassener. Prompt trug der nächste Spruch zur weiteren Erheiterung bei: „Wir begrüßen unseren Gegner mit einem Kille-Pitsch.“. Mit diesen Worten sollte dann auch der erste Abend in Düsseldorf zu Ende gehen.

Wer nun meint, dass die Sportkameraden den nächsten Tag erst nach einer ausgiebigen Nachtruhe langsam angehen würden, irrt gewaltig. Punkt 9 Uhr standen Ecki und Stefan mit frischen Brötchen an der Tür zu Uwes Wohnung, in der die übrigen Kurzurlauber untergebracht waren. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann zum WDR. Dort erwartete uns eine Führung durch die Studios. Nach einer Stunde ging es wieder weiter. In welche Richtung? Richtig. In Richtung Altstadt und natürlich zur Königsallee. Die Kö ließen wir aber rechts liegen. Aber so ganz ohne Shopping geht es natürlich nicht, wenn man eine Frau in den Reihen hat. Die Gelegenheit war auch günstig, weil ein Wolkenbruch über die Stadt zog. Also ließen wir den natürlichen weiblichen Instinkten freien Lauf, nicht unbedingt im Interesse aller männlichen Freunde. Aber vielleicht ist auch Ehemann Martin Wehrmann erleichtert, weil Susi ihre Kreditkarte in Uwes Wohnung vergessen hatte.

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Der Himmel klarte wieder auf, sodass die Sightseeing-Tour weitergehen konnte. Der Mensch muss viel trinken. Diesen ärztlichen Rat nahmen wir natürlich bierernst. So dauerte es auch so seine Zeit, bis wir an den Veranstaltungsfläche des Japan-Tags angekommen waren. Dort erwartete uns japanische Trommelkunst, schicke Kleider und natürlich Sushi. Susi und Sushi passen nicht zusammen, aber Ecki und Sushi. So kam Jeder auf seine Kosten. Der Abend sollte mit einem brillanten Feuerwerk über dem Rhein enden. Auch in diesem Fall waren die Sportfreunde von den Dimensionen, die dieses Feuerwerk annahme, begeistert. Aber wir waren ja nicht nur zum Vergnügen zusammengekommen. Nein, bis weit nach Mitternacht wurde dann noch Doppelkopf gespielt. Schließlich muß die Kasse weiter gefüllt werden, um die nächste Reise vorzufinanzieren.

Der nächste Morgen wurde wieder mit einem zünftigen Frühstück in Uwes Wohnung begonnen. Ursprünglich war an diesem (Sonn-)Tag eine Fahrradtour nach Kaiserswerth geplant, um dort das Weinblütenfest zu besuchen. Schließlich hatte sich Starkoch Lafer angekündigt gehabt. Die Wetterfrösche sagten aber ein unbeständiges Wetter voraus. Im Nachgang muss man aber sagen, dass sie mit ihrer Einschätzung falsch lagen. Langeweile kommt bei diesen Sportkameraden ohnehin nicht auf. So entschlossen sie sich kurzfristig, eine Schifffahrt auf dem Rhein zu machen. Bei strahlendem Sonneschein genossen sie den Blick auf Düsseldorf. Wieder am Ufer angekommen besuchten sie die laut Bildzeitung schönste Fanmeile an der Rheinuferpromenade, die an dem Tag deutlich stärker besucht war als an den vergangenen Tagen. Wie der Zufall es wollte, sollten die Osnabrücker die dritte Düsseldorfer Eigenart kennenlernen: Das Radschlagen. Jedes Jahr wird ein Radschlägerturnier für die Grundschulkinder veranstaltet, bei dem sie ihre turnerischen Künste unter Beweis stellen können.

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Wer nun denkt, dass der Tag bis zur anstehenden Abreise so ruhig weiter verlaufen würde, sollte sich ein weiteres Mal irren. Die fünf Sportkameraden hatten die Rechnung ohne die Schützen gemacht. Damit wären wir beim vierten Brauch, der über Düsseldorfs Grenzen hinaus im gesamten Rheinland gepflegt wird: dem Schützenfest. Uwe hatte zwar davon gehört, dass der traditionelle Umzug an seiner Wohnung vorbei stattfinden sollte. Es gab aber keine Hinweise weder in der lokalen Presse noch im Internet, wann dies am Sonntag der Fall sein sollte, und ob der ÖPNV beeinträchtigt wird. Also gingen sie völlig entspannt und in trauriger Erwartung des Abschieds zur Haltestelle. Auf einmal pfiff ein Bewohner uns zu und machte uns darauf aufmerksam, dass die Straßenbahn nicht kommen wird. Also gingen wir zur Haltestelle um die Ecke, um dort in den Bus einzusteigen. Es ist ja nicht so, dass Düsseldorf nur ein öffentliches Verkehrsmittel hätte. Erst als der Fahrer den Bus starten wollte, um pünktlich abzufahren, bemerkte er, dass ein Schützenzug ihm entgegen kam. Der Schrecken war auch bei uns groß. Schnell wie die Reaktionszeit eines Tischtennisspielers holte Uwe sein Auto aus der Tiefgarage. Die Polizei hatte ein Einsehen und ließ uns vor dem Zug noch wegfahren. Endlich am Bahnhof angekommen, hieß es dann wirklich Abschied nehmen. Wir waren uns alle einig, dass es ein sehr ereignisreiches und gelungenes Wochenende war.

Wohin es aus der Doppelkopfkasse im nächsten Jahr geht, ist noch nicht ganz sicher. Angestrebt wird aber wieder eine Kurzreise nach Spanien. Einige Sportkameraden haben aber noch ein Problem: Sie müssen ihre Lebenspartner um Zustimmung fragen. Wer eine gute Idee hat, kann sie ja an ueberredungskuenste@tischtennis-osnabrueck.de melden.

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