Rückblick auf die Hinrunde 07/08

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Die Statistiken unter Click-TT sprechen eine deutliche Sprache. Die Mannschaften des VfL werden bis zum letzten Spiel in dieser Saison ihre Schlagzahl hochhalten müssen, um ihre angepeilten Häfen heil zu erreichen. Die Schiffsbauer im Trockendock an der Hackländerstraße haben jetzt genug zu tun, um die Schiffe wieder auf Vordermann zu bringen.

Traditionell beginnt der Bericht mit unserem Boot „Golden Ladies“. Die 1. Damenmannschaft bildet das Schlusslicht in de Bezirksliga Süd. Es droht der Durchmarsch in die Bezirksklasse, nachdem mit Sigrid Knust ein weiteres Besatzungsmitglied vor Beginn der Fahrt „Adieu“ gesagt hat. Dieser Trend, der mit dem beruflich bedingten Weggang von Karin Wulfhorst vor zwei Jahren begonnen hat, scheint sich weiter fortzusetzen. Nun wird die Mannschaft auch noch den Weggang von Stine Hadler verkraften müssen. Das zarte Pflänzchen, das vor ein paar Jahren aufgegangen ist, droht damit einzugehen. Das weibliche Schiffahrtsgewerbe in der Stadt Osnabrück wird immer überschaubarer. Jetzt heißt es, sämtliche Routine um Mannschaftsführerin Renate Zierath zu bündeln, damit die schwierigen Passagen auf den Weltmeeren vielleicht doch noch mit Bravour gemeistert werden können. In der Hinrunde waren viele enge Rennen dabei, die mit etwas Glück auch anders verlaufen und ausgehen können.

Das notwendige Glück scheint dagegen die 1. Herren in dieser Saison zu haben. Nicht nur Abstiegs-, sondern auch Aufstiegskandidaten brauchen es. Selbst eine Regatta wie gegen die MS Werlte wurde mit zwei Mann Ersatz gewonnen. Wie erwartet belegt die Mannschaft um Kapitän Hans-Peter Scharmacher den ersten Platz in der Bezirksliga Süd. Abgerechnet wird aber erst nach der letzten Fahrt (und gefeiert auch). Bis dahin heißt es, den Kurs zu halten und von Spiel zu Spiel zu denken. Der Weggang von Mario Behrends, den es nach seinem Studium wieder in Richtung Heimat getrieben hat, konnte mit Yajwinder Saini mehr als kompensiert werden. Mit seinem sehr sicheren Spiel treibt er die Gegner immer wieder zu riskanten Manövern, die bislang 16 Mal zu Schiffbruch geführt haben. Er ist unser „Mr. 100-Prozent“ vor, während und nach jedem Wettkampf. Erfreulich sind auch die Resultate der anderen Sportkameraden, auch wenn es in dieser Saison den Anschein hat, dass die Bezirksliga an Niveau (zumindest in der Breite) ein wenig verloren hat. Wir würden uns auf jedem Fall freuen, wenn die MS VfL Osnabrück den Hafen „Bezirksoberliga“ als erster erreichen würde.

Für die 2. Herrenmannschaft verlief die Hinrunde eher wellenförmig. Ähnlich waren dann auch die Resultate. Jetzt weiß man zumindest, wo man in der 2. Bezirksklasse steht: Platz 7, einen Punkt vor SSC Dodesheide II, die einen Relegationsplatz belegen. Die Männer um Harald Niemann sind aber Regen und Sturm gewohnt. Jetzt heißt es „Boot und Segel wieder wetterfest machen“, damit die Mannschaft am Ende ihrer Reise in den sicheren Hafen des Klassenerhalts einlaufen kann. In den vergangenen Jahren galt die 2. Mannschaft des VfL als Station für in Osnabrück gestrandete Studenten. Diesmal wird es leider genau anders herum sein. Der letzte Jugendliche Wei-Ye Cheng, der beim VfL das Einmaleins des Tischtennis gelernt hat, wird nach dieser Saison in See stechen, um die große Welt zu erkunden. Also auch diese Mannschaft benötigt dringend neue Kadetten, damit sie mittelfristig erhalten bleibt. Nicht nur beim VfL, sondern auch in anderen Vereinen des Osnabrücker Raums hat sich gezeigt, dass die Bezirksklassen die geeigneten Ligen für junge Spieler sind, um im Seniorenbereich Fuß zu fassen. Wie heißt es so schön: Man wächst mit seinen Aufgaben.

Ein erneuter Wechsel der Mannschaftspositionen zeichnet sich bei der 3. und 4. Herren ab. Nachdem es die Matrosen um Kapitän Stefan Kemper in der letzten Saison geschafft hatten, die damalige 3. Herren zu überholen, so deutet vieles darauf hin, dass sich das Blatt wieder wenden wird. Beide Mannschaften bläst der Wind aber ganz schön ins Gesicht und müssen aufpassen, dass sie am Ende eine Handbreite Wasser unter dem Kiel behalten. Die Absteiger aus der 2. Bezirksklasse erweisen sich als sehr starke Gegner, weil sie die schwächeren Spieler in der Kreisliga über Board werfen können. So kann es eigentlich nicht weitergehen. Die Meldungen der Aufsichtsbehörde des nationalen Schiffswesen deuten darauf hin, dass die Stärke der Besatzungen in den nächsten Jahren, beginnend in den höheren Klassen, weiter reduzieren wird und damit der Stärke aus der Kreisliga Osnabrück-Stadt angeglichen werden.

Stürmische Zeiten stehen den Schiffen des VfL Osnabrück und ihren Besatzungen also bevor. Wir dürfen gespannt sein, wer am Ende der Reise unbeschadet in den Zielhafen einlaufen wird.

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