Kampfgeist der 1. Herren wird nicht belohnt.

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Es sollte wieder ein Spiel der Extraklasse zwischen der Spielvereinigung Niedermark und der 1. Herren des VfL werden. Parallelen zum letzten Aufeinandertreffen waren unverkennbar. Nur das Ergebnis sollte diesmal nicht für den VfL sprechen. Am Ende hieß es 9:6 für die Gastgeber.

Die Spiel begann sehr verheißungsvoll. Nach einigen taktischen Startschwierigkeiten gewann das Spitzendoppel Mario Behrends und Uli Kersenfischer in fünf Sätzen gegen die unangenehm zu spielende Paarung Sieker/Vogelsang. Das Doppelspiel von Michael Franck und Bonne Habekost verlief dagegen nicht ganz so erfolgreich. Sie konnten dem druckvollen Spiel von Hehmann/Witte nicht standhalten und verloren in vier Sätzen. Im Anschluß zeigten Hans-Peter Scharmacher und Uwe Weng, dass sie ein eingespieltes Doppel sind, das über ein hohes taktisches Potenzial verfügt. Gegen die Paarung Keiser/Baumann zeigte insbesondere Hans-Peter, dass er in den entscheidenden Momenten hellwach war. Der 3:0 Erfolg brachte den VfL die erhoffte 2:1 Führung.

Die oberen Paarkreuze der beiden Mannschaften verdienen das Prädikat „Superior“, zumal die Niedermarker mit Herman Sieker und Holger Vogelsang zwei weitere Spieler aus höheren Mannschaften bekommen haben. Insbesondere der Sportkamerad Sieker sollte an diesem Tag eine spielentscheidende Rolle spielen. Zunächst bezwang er Mario Behrends in fünf Sätzen. Am Nachbartisch demonstrierte unser „Franzose“ Michael den Zuschauern, wie man gegen einen Abwehrspieler wie Holger Vogelsang zu spielen hat. So stand es nach den ersten beiden Einzeln 3:2 für den VfL. Die Hoffnung auf ein gutes Ergebnis sollte aber noch weiter steigen. Als nächstes durften Hans-Peter Scharmacher und Bonne Habekost an den Tisch gehen. Für Bonne war es das erwartete schwere Spiel gegen Carsten Hehmann. Die Niedermarker Spieler haben in ihrer „Jugend“ offensichtlich eine gute Materialschule besucht. So war die 0:3 Niederlage gegen Hehmann auch keine Überraschung. Eine Sensation zeichnete sich aber im Folgespiel von Hans-Peter hat. Mit einer unglaublichen mentalen und körperlichen Frische brachte er seinen Gegner Witte immer wieder in Verlegenheit und gewann verdient mit 3:1. Nicht nur in diesem Spiel, sondern in fast allen Spielen wurden die Sätze in den letzten Ballwechseln entschieden. So sollte es auch in den darauffolgenden Partien von Uli Kersenfischer und Uwe Weng sein. Uli zeigte an diesem Tag eine durchwachsende Form. Sie sollte aber gegen Frank Baumann noch reichen. Mit 12:10 im fünften Satz ging das Spiel an den VfL. Am Nachbartisch zeichnete sich eine weitere Überraschung ab. Uwe hatte das Vergnügen mit Ingo Kortkamp. Das Spiel in der vergangenen Saison ging deutlich an Kortkamp. Diesmal sollte es aber ganz anders kommen als vielleicht viele Anwesenden gedacht haben. Von Hans-Peter taktisch hervorragend eingestellt zeigte Uwe eine außergwöhnlich gute Leistung. Nach überstandener Krankheit zeigte er bereits gegen Buer aufsteigende Form. Kortkamp ist aber natürlich ein anderes Kaliber und trieb Uwe zu teilweise unglaublichen Topspins. Hochkonzentriert und bis in die wenigen noch vorhandenen Haarspitzen motiviert ließ er seinen Gegner mit variantenreichen kurzen Schnitt- und Spinbällen nicht zur Entfaltung kommen. Bis zum 9:9 im fünften Satz war es ein Spiel mit offenen Ausgang. In diesem Moment spielte Uwe zwei fast unmögliche Topspins, sicherlich auch zur Überraschung seines Gegners. Am Ende hieß es dann verdient 11:9 für das VfL-Urgestein.

Nach der ersten Runde Einzel stand es also 6:3 für den VfL. Danach sollte sich aber die individuelle Qualität der Niedermarker durchsetzen. Nach dem Spiel waren sich viele Anwesenden einig, dass das Spiel zwischen Sieker und Michael ein Schlüsselspiel war. Es war zugleich das Spiel der Spiele mit unglaublichen Bällen von beiden Spielern an diesem Nachmittag. Am Ende setzte sich die spielerische Konstanz von Sieker durch. Parallel hatte Holger Vogelsang weniger Probleme mit Mario, der als frischer Vater ein deutliches Schlafdefizit hatte. Aber auch dieses Spiel war phasenweise sehr ansehnlich, als Vogelsang die schnellen Topspins von Mario von hinten fischte. Mit diesen beiden Niederlagen war Niedermark wieder dran. Neuer Zwischenstand war 5:6 aus Sicht der Gastgeber.

Die Folgespiele im mittleren Paarkreuz sollte dann die Wende endgültig bringen und den VfL auf die Verliererstraße bringen. Hans-Peter konnte sich nur im ersten Satz gegen Hehmann durchsetzen. Danach zog er immer öfter den Kürzeren in den Konterduellen. Wie schon im ersten Spiel war auch im zweiten für Bonne gegen Witte nichts zu holen. Die Hoffnung, doch noch einen Punkt aus Hagen mitzunehmen, ruhte damit auf Uli. Aber Ingo Kortkamp hatte sehr frühzeitig im Spiel gegen ihn das richtige Mittel gefunden, so dass das Spiel zwar in engen Sätzen aber trotzdem verdient mit 3:0 an Kortkamp ging. Den neunten Punkt für Niedermark sollte dann Frank Baumann gegen Uwe erzielen. Das letzte Spiel an diesem Tag entwickelte sich schnell zu einem reinen Aufschlagduell. In den drei Sätzen reichte Baumann jeweils ein Break und gewann mit 3:0 die Partie.

Das Zusammenkommen der beiden Mannschaften endete aber erst Stunden später. So freundschaftlich wie das Spiel begonnen hatte, so harmonisch endete es auch bei Frikadellen, Kartoffelsalat und natürlich Bier.

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